Was unterscheidet ein YouTube-Video eigentlich von einer Theateraufführung?

Was ist inszeniert, was ist „echt“? Sollte Theater mehr wie YouTube sein?

Let's Play, Vlog, Beauty-Tutorial oder Challenge – Wir drehen unser eigenes YouTube-Video. Besonders ist, dass der Dreh im Theater stattfindet. Welche Möglichkeiten gibt uns ein Theater-Raum? Können wir unser Video hier besonders inszenieren oder versuchen wir so „echt“ wie möglich zu bleiben? Der Try Out soll gleichzeitig Video-Dreh und eine Theateraufführung mit Publikum sein.

Kristin Grün

Reflexion

Die Authentizität/ Echtheit von YouTube-Videos ist Diskussionsstoff unter den SuS. Die Diskussion anhand von ihnen vorgebrachter Beispiele zeigt, dass es zwar individuelle Meinungen zur Echtheit der Videos gibt, sich aber alle auf eine Liste von Merkmalen einigen können, die „Echtheit“ oder „Fake“ belegen.
Die Echtheit der Videos ist nicht entscheidend für ihren Erfolg. Auch Videos, die von der Gruppe als fake wahrgenommen werden, erfreuen sich einer großen Beliebtheit. Besonders aber das Schwanken zwischen echt und fake scheint Interesse zu wecken und die Aufmerksamkeit der SuS bis zum Ende des Videos zu binden.
Beim Dreh des eigenen Videos stehen sich zwei Ziele gegenüber:
Der Wunsch ach einem authentischen Video, das als echt durchgeht und das Vergnügen an Inhalten wie Horror und Grusel, die der Echtheit des Videos eher entgegenwirken.
Entstanden ist ein Video, das wie eine Art Mocumentary funktioniert. Während der Anfang noch glaubhaft erscheint, bewegt das Video in seinem Verlauf immer mehr ins Unglaubwürdige. In der gemeinsamen Abstimmung der SuS über den Echtheits-Grad verschiedener Szenen des Videos zeigt sich dieser Verlauf. Weiterhin ist zu beobachten, dass, wie schon beim Video-Dreh, auch beim Anschauen die Fake-Szenen viel Spaß hervorrufen.

Der Erfolg von YouTube-Videos scheint sich besonders durch das Spannungsverhältnis zwischen Echtheit und offensichtlichem, aber spaßbringendem Fake zu konstruieren. Hier liegt auch für das Theater eine Chance, die SuS bei ihrem Interesse zu packen, denn besonders Formen des postdramatischen und performativen Theater bieten die Möglichkeit dieses Spannungsverhältnis zu nutzen und mit ihm zu spielen.

Bio

Kristin Grün ist freie Theatermacherin und lebt in Berlin. In ihrer Arbeit untersucht sie gemeinsam mit Kindern Sachverhalte und Phänomene, denen sie im Alltag begegnen: Was ist Kunst? Wie funktioniert Kommunikation? Wer besitzt was? Wie werden wir berühmt?

Gefördert durch den Fonds Darstellende Künste e.V. (Initialförderung)

Mitwirkende

 

Künstlerinnen: Kristin Grün, Gloria Schulz

 

Team: Charlotte Bendler, Sylvia Deinert, Tanja Gwiasda, Gundula Hölty, Christopher Weymann

Schulen

 

Kooperation Schulen: Grundschule Brugunderweg, Stadtteilschule Ida-Ehre, Stadteilschule Gretel-Bergmann-Schule

Credits

 

Fotos: Charlotte Bendler, Gloria Schulz, Kristin Grün, Ana Markovix, Mascha Fiolka, Christopher Weymann

 

Dokumentation + Website Design: Christopher Weymann

Weitere Informationen

 

www.fundus-theater.de

 

Impressum

 

Datenschutz

 

Projektkontakt: ch.weymann(ät)fundus-theater.de